aus dem Palikanon


Es gibt, ihr Mönche, Mönche unter diesen Jüngern, die als Eroberer in bedachtsam geübter Ein- und Ausatmung beharrlich ausharren. Ein- und Ausatmung, ihr Mönche, bedachtsam geübt und gepflegt, läßt hohen Lohn erlangen, hohe Förderung. Ein- und Ausatmungen, ihr Mönche, bedachtsam geübt und gepflegt, lassen die vier Pfeiler der Achtsamkeit (satipatthāna) zustande kommen; die vier Pfeiler der Achtsamkeit, bedachtsam geübt und gepflegt, lassen die sieben Erweckungen zustande kommen; die sieben Erweckungen, bedachtsam geübt und gepflegt, lassen die wissende Erlösung zustande kommen.

 

 

"Wie aber wird bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmung geübt, wie gepflegt, auf daß sie hohen Lohn verleihe, hohe Förderung?

 

Da begibt sich, ihr Mönche, der Mönch ins Innere des Waldes oder unter einen großen Baum oder an einen einsamen Ort, setzt sich mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der Achtsamkeit. Bedächtig atmet er ein, bedächtig atmet er aus.

Atmet er tief ein, so weiß er 'Ich atme tief ein',
atmet er tief aus, so weiß er 'Ich atme tief aus';
atmet er kurz ein, so weiß er 'Ich atme kurz ein',
atmet er kurz aus, so weiß er 'Ich atme kurz aus'.
'Den ganzen Körper empfindend will ich einatmen',
'Den ganzen Körper empfindend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Diese Körperfunktion besänftigend will ich einatmen',
'Diese Körperfunktion besänftigend will ich ausatmen' so übt er sich.
'Verzückung empfindend will ich einatmen',
'Verzückung empfindend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Wohlgefühl empfindend will ich einatmen',
'Wohlgefühl empfindend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Die geistige Funktion empfindend will ich einatmen',
'Die geistige Funktion empfindend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Die geistige Funktion besänftigend will ich einatmen',
'Die geistige Funktion besänftigend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Den Geist empfindend empfindend will ich einatmen ',
'Den Geist empfindend empfindend will ich ausatmen ', so übt er sich.
'Den Geist empfindend erheiternd will ich einatmen',
'Den Geist empfindend erheiternd will ich ausatmen', so übt er sich.
'Den Geist empfindend sammelnd will ich einatmen',
'Den Geist empfindend sammelnd will ich ausatmen', so übt er sich.
'Den Geist befreiend will ich einatmen',
'Den Geist befreiend will ich ausatmen ', so übt er sich.
'Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Die Loslösung wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Loslösung wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich,
'Die Aufhebung wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Aufhebung wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich.

[Siehe auch Visuddhi Magga VIII.3]

Also wird bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmung geübt, also gepflegt, auf daß sie hohen Lohn verleihe, hohe Förderung.

 

"Wie aber werden bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmungen geübt, wie gepflegt, auf daß sie die vier Pfeiler der Achtsamkeit zustande bringen?

 

Zu einer Zeit, ihr Mönche, wo der Mönch,

tief einatmend, weiß 'Ich atme tief ein',
tief ausatmend, weiß 'Ich atme tief aus';
kurz einatmend, weiß 'Ich atme kurz ein',
kurz ausatmend, weiß 'Ich atme kurz aus';
'Den ganzen Körper empfindend will ich einatmen',
'Den ganzen Körper empfindend will ich ausatmen', so sich übt;
'Diese Körperfunktion besänftigend will ich einatmen ',
'Diese Körperfunktion besänftigend will ich ausatmen ', so sich übt:

zu einer solchen Zeit wacht, ihr Mönche, der Mönch beim Körper über den Körper, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. Bei den Körpern nenne ich es, ihr Mönche, den Körper verändern, nämlich das Einatmen und das Ausatmen: darum aber, ihr Mönche, wacht der Mönch zu einer solchen Zeit beim Körper über den Körper, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. -

Zu einer Zeit, ihr Mönche, wo der Mönch

'Verzückung empfindend will ich einatmen',
'Verzückung empfindend will ich ausatmen', so sich übt;
'Wohlgefühl empfindend will ich einatmen',
'Wohlgefühl empfindend will ich ausatmen', so sich übt;
'Die geistige Funktion empfindend will ich einatmen',
'Die geistige Funktion empfindend will ich ausatmen', so sich übt;
'Den Geist besänftigend will ich einatmen',


'Den Geist besänftigend will ich ausatmen', so sich übt:

zu einer solchen Zeit wacht, ihr Mönche, der Mönch bei den Gefühlen über die Gefühle, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. Bei den Gefühlen nenne ich es, ihr Mönche, das Gefühl verändern, nämlich beim Einatmen und Ausatmen wohl darauf achthaben: darum aber, ihr Mönche, wacht der Mönch zu einer solchen Zeit bei den Gefühlen über die Gefühle, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. -

Zu einer Zeit, ihr Mönche, wo der Mönch

'Den Geist empfindend will ich einatmen',
'Den Geist empfindend will ich ausatmen', so sich übt;
'Den Geist ermunternd will ich einatmen',
'Den Geist ermunternd will ich ausatmen', so sich übt;
'Den Geist einigend will ich einatmen',
'Den Geist einigend will ich ausatmen', so sich übt;
'Den Geist lösend will ich einatmen',
'Den Geist lösend will ich ausatmen', so sich übt:

zu einer solchen Zeit wacht, ihr Mönche, der Mönch beim Bewusstsein über das Bewusstsein, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. Nicht kann, ihr Mönche, sag' ich, ein unbesonnener Mensch, der unklar denkt, bedachtsam Ein- und Ausatmung üben: darum aber, ihr Mönche, wacht der Mönch zu einer solchen Zeit beim Bewusstsein über das Bewusstsein, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. -

Zu einer Zeit, ihr Mönche, wo der Mönch

'Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich.
'Die Loslösung wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Loslösung wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich,
'Die Aufhebung wahrnehmend will ich einatmen',
'Die Aufhebung wahrnehmend will ich ausatmen', so übt er sich.

zu einer solchen Zeit wacht, ihr Mönche, der Mönch bei den Geistobjekten über die Geistobjekte, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. Und wie da Begehren und Bekümmern überstanden wird hat er weise gemerkt, und wohl hat er es ausgeglichen: darum aber, ihr Mönche, wacht der Mönch zu einer solchen Zeit bei den Geistobjekten über die Geistobjekte, unermüdlich, klaren Sinnes, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns. Also werden bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmungen geübt, also gepflegt, und lassen die vier Pfeiler der Achtsamkeit zustande kommen.


aus dem Palikanon